Großbritannien: Ken Loach aus Labour-Partei ausgeschlossen

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Der linke britische Filmemacher Ken Loach bemühte drastische Worte, um seinen Ausschluss aus der Labourpartei zu beschreiben: Er sei im Zuge einer »Säuberungsaktion« unter Parteichef Keir Starmer aus der Partei ausgeschlossen worden, schrieb der 85-Jährige auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Der Grund: Er habe sich nicht von anderen bereits zuvor ausgeschlossenen Mitgliedern des linken Flügels lossagen wollen.

Loach ist auch außerhalb Großbritanniens kein Unbekannter. Mit seinem Kriegsdrama »The Wind that Shakes the Barley« und besonders dem Film »Ich, Daniel Blake« gewann er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2006 und 2016 jeweils die Goldene Palme. Nun hatte er sich offenbar den Zorn von Labour-Chef Starmer zugezogen.

Skandale um Antisemitismus

Starmer hat derzeit innerhalb seiner Partei mit heftigem Widerstand zu kämpfen. Anhänger seines Vorgängers Jeremy Corbyn vom extrem linken Parteiflügel haben immer wieder seine Führung kritisiert. In Corbyns Zeit hatte es eine Reihe von Skandalen um Antisemitismus im linken Flügel gegeben. Im vergangenen Monat wurden bereits vier Gruppierungen aus der Partei ausgeschlossen, weil ihre Haltungen nicht mit den Werten der Labourpartei zu vereinbaren seien.

Loach schrieb auf Twitter trotzig und kampflustig, Starmers »Clique« werde ihr Ziel nicht erreichen. Er sei »stolz, zu den guten Freunden und Kameraden zu halten, die Opfer der Säuberungen sind«. Innerhalb der Partei sei eine regelrechte »Hexenjagd« im Gange.

Der Abgeordnete John McDonnell vom linken Parteiflügel schrieb ebenfalls auf Twitter, Loachs Parteiausschluss sei eine »Schande« angesichts dessen, was der linke Filmemacher und »gute Sozialist für den Sozialismus getan hat«.



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