BBC-Korrespondentin Sarah Rainsford muss Russland verlassen

0
27



Die russische Regierung fordert eine Korrespondentin des britischen Senders BBC zur Ausreise auf. Das Visum von Sarah Rainsford werde nicht verlängert, sie müsse das Land bis zum Ende des Monats verlassen, berichtete der staatliche Nachrichtensender Rossija 24 am Freitag.

Der Schritt gilt als Antwort der russischen Behörden auf die Weigerung Großbritanniens, dem russischen Staatssender RT eine Lizenz zu erteilen und »ständigen Druck auf Mitarbeiter vieler anderer russischer Medien« auszuüben. Die BBC wollte den Fall bisher nicht kommentieren.

Dicke Luft zwischen London und Moskau

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb bei Telegram, den Vertretern der BBC sei bei einem Besuch in ihrem Haus »alles genau erklärt« worden. Den wiederholten Warnungen aus Moskau sei keine Beachtung geschenkt worden. Sacharowa sprach von einer angeblichen »Verfolgung russischer Journalisten« in Großbritannien und einem »Visa-Mobbing« in London.

Rainsford ist derzeit eine von zwei BBC-Korrespondenten in Moskau. Ihr aktuelles Visum endet dem Bericht zufolge am 31. August. Die Journalistin hatte zuvor auch in Istanbul, Madrid und Havanna gearbeitet. Zuletzt sorgte sie für Aufsehen, als sie den Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, bei einer Pressekonferenz fragte, ob er angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen Andersdenkende in der Ex-Sowjetrepublik noch legitimiert sei.

Es ist die erste Ausweisung eines britischen Journalisten seit zehn Jahren: 2011 hatte Luke Harding vom »Guardian« das Land verlassen müssen.

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind schlecht. Die Regierung in London hat wiederholt Menschenrechtsverletzungen etwa im Fall des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny kritisiert. Zuletzt verhängte Moskau Sanktionen gegen namentlich nicht genannte Briten. Der Schritt sei die Antwort auf britische Sanktionen. Belastet werden die Beziehungen zudem unter anderem durch den Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Salisbury 2018 und russische Warnschüsse gegen ein britisches Kriegsschiff vor der annektierten Halbinsel Krim.

Erst diese Woche wurde ein Mitarbeiter der britischen Botschaft in Berlin festgenommen. Er soll Angaben der Bundesanwaltschaft zufolge einem russischen Geheimdienst gegen Geld Dokumente verschafft haben.



Source link

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here