China verbietet »ungesunde« Lieder in Karaoke-Bars

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In den ungezählten Karaoke-Bars in China dürfte sich die Liederauswahl schon bald reduzieren. Wie unter anderem der britische »Guardian« meldet, hat die Regierung in Peking eine »schwarze Playlist« zusammengestellt. Demnach sind die Betreiber der Bars angehalten, bestimmte Musik nicht mehr zum Mitsingen anzubieten.

Mit diesem Schritt wolle man »illegale Inhalte« verbannen, hieß es aus dem Ministerium für Kultur und Tourismus. Dabei verbieten die Musikwächter Inhalte, die in ihren Augen (und Ohren) die nationale Einheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl gefährden. Tabu sind demnach auch Song, die Aberglaube oder Kulte bewerben. Und natürlich sollen auch Lieder verschwinden, die sich mit illegalen Aktivitäten wie Glücksspiel oder Drogenkonsum befassen.

Die Regelung gilt nach Angaben des Ministeriums ab dem 1. Oktober. Betreiber von Karaoke-Bars sind dafür verantwortlich, das eigene Musikangebot auf die neuen Richtlinien hin zu überprüfen. Ziel ist es demnach, in Zukunft »gesunde und erbauliche« Musik anzubieten.

Immer wieder greift die chinesische Regierung mit Zensurmaßnahmen in den Alltag der Bürger ein. Dabei stehen seit einiger Zeit vor allem Online-Inhalte im Fokus. Ein Beispiel betrifft die Oscarverleihung im April 2021. Dabei hatte China hat in Onlinenetzwerken Einträge über die in Peking geborene Regisseurin und frischgebackene Oscargewinnerin Chloé Zhao gelöscht. Alle aktuellen Mitteilungen, die Zhaos Namen oder ihren preisgekrönten Film »Nomadland« enthielten, verschwanden auf ungeklärte Weise aus dem Onlinedienst Weibo. Auch in den staatlichen Medien fand sich kein Hinweis auf Zhaos Oscargewinn.

Westliche Kleidung aus dem TV verbannt

Auch im Fernsehen gibt es immer wieder massive Eingriffe. Laut einem Bericht der britischen BBC hatten chinesische TV-Sender im April damit begonnen, in zahlreichen Sendungen alle Hinweise auf westliche Kleidungshersteller zu überblenden. Betroffen seien demnach etwa beliebte Formate wie die Musikshow »Sisters Who Make Waves« oder die Reality-TV-Sendung »Chuong 21«.

Dieser Schritt war als Reaktion auf die Ankündigung zahlreicher westlicher Modefirmen zu verstehen gewesen, in Zukunft keine Baumwolle aus der Xinjiang-Region mehr verarbeiten zu wollen.

Bereits Ende 2020 hatten Medien darüber berichtet, dass dort Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren als Zwangsarbeiter in der Baumwollproduktion eingesetzt werden. China wertet Kritik am Umgang mit den Uiguren als unangemessene Einmischung in innere Angelegenheiten.



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