Afghanistan: Taliban auf dem Vormarsch – Menschen auf der Flucht

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Der rasante Vormarsch der Taliban in Afghanistan gehen weiter, Kämpfer der radikal-islamischen Miliz lassen sich in einem Regierungsgebäude in der Stadt Kunduz filmen. Die internationalen Streitkräfte haben das Land fast komplett verlassen, der Kampf um die Macht über das Land ist voll entflammt. EU-Kreisen zufolge kontrollieren die Taliban bereits fast zwei Drittel Afghanistans. US-Geheimdienste schätzen, die Hauptstadt Kabul könne innerhalb von 30 bis 90 Tagen an die Taliban fallen.

Ahmad Shekeb, Einwohner
»Es ist außer Kontrolle. Distrikte und sogar Provinzhauptstädte wurden erobert. Das hat natürlich Folgen für unser Leben.«

Sedeqa Fekrat, Geflüchtete
»Die Lage verschlimmert sich. Ich komme aus Ghazni. Vor zwei Wochen bin ich wegen der Sicherheitslage aus Ghazni geflohen. Meine ganze Familie ist in die Kämpfe geraten. In Ghazni verbieten die Taliban Frauen und Mädchen, auf den Markt zu gehen. Die Regeln dort sind sehr streng.«

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani besucht Masar-i-Scharif, um sich ein Bild von der Sicherheitslage zu machen. Die Taliban rücken auf das wirtschaftliche Zentrum im Norden des Landes vor, in den vergangenen Tagen gab es in der Gegend heftige Kämpfe. Die Taliban haben inzwischen mehr als ein Viertel der Provinzhauptstädte erobert. Die Angst vor einer Rückkehr der Islamisten ist überall groß.

Ravina Shamdasani, Sprecherin Uno-Menschenrechtsbüro
»Frauen, Minderheiten, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und andere brauchen einen besonderen Schutz. Es besteht das Risiko erneuter Gräueltaten gegen ethnische und religiöse Minderheiten.«

Durch die Kämpfe hat sich die humanitäre Lage vieler Afghaninnen und Afghanen verschlechtert. Nach Regierungsangaben wurden bislang mehr als 70.000 Familien aus ihrem Zuhause vertrieben.

Ghulam Bahauddin Jailani, Katastrophenschutzminister Afghanistan
»Wir rufen die internationale Gemeinschaft und internationale Institutionen auf, den Vertriebenen so schnell wie möglich mit Lebensmitteln und anderen Dingen zu helfen.«

Die Taliban waren in Afghanistan von 1996 bis 2001 an der Macht. Dann brachte eine von den USA angeführte Intervention weite Teile des Landes unter Kontrolle. US-Präsident Biden befahl den Abzug der US-Truppen, der inzwischen fast abgeschlossen ist. War der Rückzug ein Fehler? Joe Biden sieht das nicht so. Schließlich seien die afghanischen Streitkräfte den Taliban militärisch und zahlenmäßig überlegen.

Joe Biden, US-Präsident
»Sie müssen jetzt selbst kämpfen, für ihre Nation. Die USA werden weiterhin zu ihren Zusagen stehen. Wir werden mit Luftangriffen unterstützen. Wir werden sicherstellen, dass die afghanische Luftwaffe funktioniert, Regierungstruppen mit Lebensmitteln und Ausrüstung versorgen und alle ihre Gehälter bezahlen. Aber sie müssen selbst kämpfen wollen.«

Russische, tadschikische und usbekische Streitkräfte bei einem Manöver nahe der tadschikisch-afghanischen Grenze. Die Nachbarländer Afghanistans bereiten sich auf eine Phase der Instabilität vor. Pakistan sichert seine Grenze zu Afghanistan mit einem neuen Zaun. Sollte Kabul fallen, dürften noch mehr Menschen als bisher versuchen, das Land zu verlassen – und auch viele derer, die bleiben, werden humanitäre Hilfe aus dem Ausland benötigen.



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