Olympia 2021 – Tischtennis: 12-jährige Syrerin Hend Zaza über ihr Aus – »Kämpft für eure Träume»

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Der olympische Wettkampf war für Hend Zaza nach gerade einmal 24 Minuten vorbei. Und das schnelle Aus in der ersten Runde der Tischtennis-Konkurrenz wurmte die nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) jüngste Sportlerin dieser Sommerspiele dann auch etwas. Für die zwölf Jahre alte Syrerin war die Teilnahme in Tokio mehr als nur ein Sportevent – es war ein Hoffnungsschimmer nach Jahren des Krieges.

»Ich musste für das hier kämpfen, und das ist meine Botschaft an alle, die in derselben Situation sind: Kämpft für eure Träume, bleibt dran, egal was für Schwierigkeiten ihr habt, dann werdet ihr euer Ziel erreichen«, sagte Zaza nach ihrer 0:4-Niederlage in der ersten Runde gegen die 27 Jahre ältere Österreicherin Liu Jia.

Mit fünf Jahren mit dem Tischtennis begonnen

Zaza wurde nach Angaben der Olympia-Organisatoren am 1. Januar 2009 im syrischen Hama geboren. Mit fünf Jahren habe sie demnach mit dem Tischtennis begonnen. Im Bürgerkrieg bot der Sport für das junge Mädchen oft eine Ablenkung, auch wenn an Training manchmal nicht zu denken war. »Der Krieg hat uns alle betroffen«, sagte ihr früherer Trainer Adham Jamaan im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP: »Das Training fand oft unter schwierigen Bedingungen statt, mit Stromausfällen in dem Raum, in dem wir stundenlang festsaßen.«

Weil der Krieg in Hama viel zerstört hat, lebt Zaza inzwischen in der Hauptstadt Damaskus. Am Freitag trug sie bei der Eröffnung der Spiele die syrische Flagge.

Nächstes Ziel: Paris

Nur vier Olympioniken bei Sommer- und Winterspielen waren jünger als Zaza. Der jüngste Teilnehmer in der Geschichte der modernen Spiele, so teilt es das IOC mit, ist der Grieche Dimitrios Loundras, der bei der ersten Auflage 1896 in Athen im Alter von zehn Jahren in der Mannschaft der Gastgeber turnte.

In Tokio sticht Zaza im Altersranking auch die jungen Skateboarderinnen aus, darunter die Britin Sky Brown, 13, und die Deutsche Lilly Stoephasius, 14. In die olympische Geschichte möchte sie aber irgendwann als Medaillengewinnerin eingehen, ihr Aus in Tokio wertete sie als »Lehre« für Paris, wo sie 2024 zurückkehren will. »Nächstes Mal wird es hoffentlich besser.«



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