Erbschaftsteuern: OECD empfiehlt Reformen gegen Ungleichheit

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Bei den Einnahmen aus Erbschaftsteuern gibt es viel Luft nach oben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Industrieländerorganisation OECD, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach erheben derzeit 24 OECD-Länder Erbschaft- oder Nachlasssteuern, die im Schnitt aber nur 0,53 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachen.

Mit einem Wert von 0,52 Prozent entspricht das Aufkommen in Deutschland nahezu dem Durchschnitt. Schlusslicht ist mit gerade einmal 0,01 Prozent Litauen, den höchsten Anteil verzeichnete mit 1,6 Prozent Südkorea. Auch die EU-Länder Belgien (1,5 Prozent) und Frankreich (1,4 Prozent) liegen deutlich über dem Durchschnitt.

Der Studie zufolge wird die hohe Vermögenskonzentration durch die aktuelle Ausgestaltung der Erbschafsteuern verstärkt. Im Durchschnitt betragen die von den wohlhabendsten privaten Haushalten (oberste 20 Prozent) ausgewiesenen Erbschaften und Schenkungen demnach nahezu das 50-fache der von den ärmsten Haushalten (untere 20 Prozent) ausgewiesenen Werte.

Erbschaftsteuern könnten laut OECD helfen, die Vermögenskonzentration zu verringern und die Chancengleichheit zu verbessern – besondere dann, wenn sie relativ hohe Vermögen betreffen. Sie seien im Allgemeinen auch mit geringeren Effizienzeinbußen verbunden als andere Steuern für Wohlhabende. Auch in Deutschland werden höhere Erbschaftsteuern aktuell wieder diskutiert – als Alternative zu Vermögensteuern, die Grüne, SPD und Linke fordern.

»Zwar erheben die meisten OECD-Länder Erbschaft- und Nachlasssteuern, aufgrund ihrer Gestaltung bleiben sie bei der Erzielung von Einnahmen und dem Abbau von Ungleichheiten aber unter ihrem Potenzial«, sagte Pascal Saint-Amans, Leiter des OECD-Zentrums für Steuerpolitik und -Verwaltung. »Es gibt gute Gründe dafür, verstärkt auf Erbschaftsteuern zu setzen. Sie müssen aber klüger gestaltet werden, wenn sie ihre Zwecke erfüllen sollen.«



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