Japan: Stadt Noto baut mit Corona-Hilfsgeldern riesige Tintenfisch-Skulptur

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Eine japanische Küstenstadt hat Teile ihrer Coronahilfen für den Bau einer riesigen Tintenfischskulptur verwendet – und bekommt dafür in den sozialen Netzwerken Unverständnis und Häme zu spüren. Dabei ist das Kunstwerk gar nicht so willkürlich, wie man auf den ersten Blick denken könnte.

Die Stadt Noto in der Präfektur Ishikawa hat Ende des vergangenen Jahres von der japanischen Regierung 800 Millionen Yen – umgerechnet etwa 6,1 Millionen Euro – als Teil eines Hilfspakets bekommen, das die lokale Wirtschaft in der Pandemie unterstützen soll.

Die japanische Regierung hatte im Dezember Coronahilfen von umgerechnet rund 590 Milliarden Euro beschlossen. Das Land kämpft derzeit gegen eine vierte Welle der Pandemie. Die finanziellen Hilfen sollten die gebeutelte Wirtschaft aus dem Coronatief holen.

30 Millionen Yen für Kunstwerk

Von ihrem Teil des Hilfspakets nutzte die Verwaltung von Noto offenbar 30 Millionen Yen, also knapp 230.000 Euro, für den Bau einer vier Meter hohen und neun Meter langen Tintenfisch-Skulptur, wie lokale Medien berichteten.

In den sozialen Medien machten sich daraufhin viele darüber lustig, doch die Aktion hat nach Angaben der Stadt einen Sinn: Tintenfisch sei eine lokale Delikatesse in Noto und der Bau der Statue sei Teil einer »Langzeitstrategie« gewesen, um den Tourismus anzukurbeln, zitiert die Lokalpresse einen Verwaltungsbeamten.

Das Hilfspaket der Regierung war zudem nicht an konkrete Vorgaben gekoppelt, beispielsweise eine Verwendung des Geldes für Menschen, die von Corona betroffen sind. Die Infektionszahlen liegen in Noto aktuell unter denen vieler anderer japanischer Regionen.

Trotzdem zeigten viele Menschen in den sozialen Medien Unverständnis für die Entscheidung der Stadtverwaltung. Einige schrieben, das Geld hätte sinnvoller verwendet werden sollen. »Egal, wie man es betrachtet, das ist falsch«, schreibt ein Nutzer. »Sie sollten das Geld zurückgeben.«



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