USA und die Flüchtlingspolitik unter Joe Biden: Erneut Tausende Migrantenkinder inhaftiert

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Laut der »New York Times« sind allein in der vergangenen Woche nahe der Grenze zu Mexiko 2000 unbegleitete minderjährige Geflüchtete von US-Patrouillen aufgegriffen worden, die meisten davon im Teenageralter, einige aber auch deutlich jünger. Beobachter befürchten, dass demnächst die Rekordzahlen aus dem Mai 2019 übertroffen werden. Damals kamen mehr als 11.000 Minderjährige über die Grenze.

Während der Coronakrise wurden unter Trump viele Migranten unter Verweis auf die Notfallgesetze abgewiesen. Die Biden-Regierung hat diese Praxis beendet, doch die Pandemie erschwert die Weiterleitung der Menschen. Die meisten der jungen Geflüchteten, die zurzeit in den USA eintreffen, werden erst in eine zehntägige Quarantäne genommen, um dann in verschiedene geschlossene Unterkünfte untergebracht zu werden.

700 geflüchtete Teenager in einem Lager

Dies wird nun von Menschenrechtsgruppen kritisiert. Sie sehen sich in Trump-Zeiten zurückversetzt – auch deshalb, weil unter Biden nun bereits abgewickelte provisorische Lager wiedereröffnet werden. In der Kritik steht besonders eine geschlossene Unterkunft in Carrizo, Texas, wo inzwischen erneut 700 geflüchtete Teenager festgesetzt sind.

»Es sieht so aus, als könnte sich diese Regierung nicht dazu durchringen, einen neuen Weg zu finden, um mit der Situation umzugehen«, wird in der »New York Times« ein Aktivist der Gruppe »Witness at the Border« zitiert. »Die Zeit in diesen großen Lagern ohne richtige Betreuung traumatisiert die Kinder und Jugendlichen.«

Durch die Corona-Pandemie sieht sich die Biden-Regierung noch einmal besonders unter Druck gesetzt. Die für die Gesundheit und Unterbringung der Geflüchteten zuständige Behörde arbeitet mit einem Netz von Unterkünften zusammen, das landesweit über 13.000 Betten verfügt. Doch wegen der aktuellen Hygieneregeln können nur 60 Prozent davon genutzt werden. Deshalb werden viele minderjährige Migranten weiter auf unbefristete Zeit in grenznahe Lager gesperrt – obwohl sie dort eigentlich nach 72 Stunden entlassen werden müssten.

Kritiker der aktuellen Flüchtlingspolitik plädieren nun dafür, die Kinder und Jugendlichen direkt an Verwandte oder Kontaktpersonen im Land weiterzuleiten. Die meisten der jungen Migranten, so zitiert die »New York Times« Menschenrechtsaktivisten, kämen mit Telefonnummern und Adressen von entsprechenden Personen ins Land.

Icon: Der Spiegel



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