Six Nations gegen Wales: Englands Rugbyspieler und die »verblüffende Unfähigkeit«

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Die walisische Rugby-Nationalmannschaft hat beim Six Nations auch England geschlagen und damit die sogenannte Triple Crown gewonnen. Mit dem 40:24 (17:14) gelang Wales nach den Erfolgen gegen Irland und Schottland auch der Sieg gegen den dritten Rivalen von den britischen Inseln. England haderte nach der Partie mit umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen.

Das jährlich stattfindende Six Nations gilt als inoffizielle Europameisterschaft im Rugby, an dem die größten Rugby-Nationen Europas teilnehmen. Zudem sind Frankreich und Italien am Start. Die vier Teams von den britischen Inseln spielen neben dem Turniersieg um die optionale »Triple Crown«, die es für drei Siege gegen die jeweiligen Konkurrenten gibt. Sogar der britische Premierminister Boris Johnson gratulierte.

Gegen Wales schlugen sich die Engländer durch eine Vielzahl von Strafen praktisch selbst. Erst verschliefen sie den ersten Versuch der Waliser: Nach einem Gedränge bekam Wales einen Straftritt zugesprochen. Und während es sich die englischen Spieler unter den Malstangen gemütlich gemacht hatten, brachte Wales’ Dan Biggar den Ball schnell wieder in das Spiel und kickte ihn auf den linken Flügel zu Josh Adams, der ins Malfeld lief (16. Minute)

Strittige Entscheidungen

Englands Verbinder Owen Farrell protestierte wütend beim Schiedsrichter: »Sie müssen uns Zeit geben, um uns zu formieren«, sagte er. Der französische Schiedsrichter Pascal Gauzere winkte jedoch ab. Wie auch beim zweiten Versuch, als der Waliser Liam Williams offenbar einen Vorwärtspass, der im Rugby verboten ist, von Louis Rees-Zammit aufnahm und in die Endzone trug (30.). Die Schiedsrichter erkannten aber einen Fußkontakt Rees-Zammits, dadurch zählte der Treffer. Eine umstrittene Entscheidung.

Wieder schimpfte Farrell auf dem Spielfeld. Im Interview mit der BBC nach der Partie hielt er sich jedoch zurück. »Es hat keinen Sinn, jetzt darüber zu reden«, sagte er. »Darüber müssen andere sprechen.« Wie zum Beispiel der ehemalige englische Nationalspieler und heutige Fernsehexperte David Flatman: »England wurde nicht von Wales besiegt«, sagte Flatman in der BBC. »Sie wurden durch einige verblüffend schlechte Schiedsrichterentscheidungen besiegt und durch ihre ebenso verblüffende Unfähigkeit, dumme, nicht erzwungene und unerlaubte Dinge zu tun.«

Vizeweltmeister England hatte bereits sein Auftaktspiel gegen Schottland verloren. Die Niederlage gegen Wales war umso bitterer, weil es eines der ältesten Duelle der Geschichte des Sports ist. 136-mal trafen beide Teams bereits aufeinander, erstmals 1881. Das Duell gilt als Aufeinandertreffen zweier Bevölkerungsschichten. Während Rugby in Wales von fast allen Menschen gespielt wird, lebt der Sport in England vom wohlhabenden Bürgertum, wie der walisische Historiker, Professor Martin Johnes, dem SPIEGEL bei der WM 2019 gesagt hatte.

Lieber würde man es gar nicht erst in ein WM-Finale schaffen, als dort gegen England zu verlieren, hatte Johnes damals gesagt. Doch nicht nur wegen des Prestiges und der »Triple Crown« war es ein wichtiger Sieg für die Waliser. In der Tabelle des Six Nations steht Wales mit 14 Punkten auf Rang eins; Frankreich ist bei einem Spiel weniger mit neun Punkten am ehesten in Schlagdistanz. Nach dem Duell gegen das schwächere Italien am 13. März (15.15 Uhr) kommt es für Wales am 20. März (21 Uhr, Stream: DAZN) voraussichtlich zum Entscheidungsspiel gegen Frankreich.

Icon: Der Spiegel



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