FC Bayern München nach dem Sieg bei Hertha BSC: Und wie war Sami Khedira?

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Szene des Spiels: Die 89. Minute. Die Bayern führen und sind weit aufgerückt; Hertha befreit sich mit einem langen Ball. Ein weiterer Pass – und plötzlich läuft Berlins Stürmer Matheus Cunha auf Manuel Neuer zu. Neuer verkürzt den Winkel; Cunha lupft den Ball am Torwart vorbei – und verfehlt das Tor. Knapp vorbei. Das war die Überschrift über diesen Bundesliga-Abend aus Berliner Sicht.

Das Ergebnis: 1:0 (1:0) hat der FC Bayern bei Hertha BSC gewonnen und damit seine Tabellenführung gefestigt. Hier geht es zum ausführlichen Spielbericht.

Lasset alle Vorsicht fahren: Eigentlich spielen die Bayern unter Hansi Flick im 4-2-3-1. In Berlin ließ der Trainer aber ein 4-1-4-1 der besonders offensiven Art beginnen, denn vor Sechser Joshua Kimmich spielten: Thomas Müller, Serge Gnabry, Leroy Sané, Kingsley Coman und Robert Lewandowski. Das führte zu guter Unterhaltung. Die Bayern fluteten den Berliner Strafraum, zugleich fand Hertha immer wieder die Räume neben dem einsamen Kimmich, um zu kontern.

Die erste Hälfte: Begann entsprechend. In der dritten Minute war Berlins Dodi Lukébakio frei durch, scheiterte aber an Neuer. In der fünften Minute Bayerns Sané frei durch, scheiterte aber an Rune Jarstein. Für die Berliner wurde außerdem Krzysztof Piatek gefährlich (14., 42.), die besseren Chancen hatten aber die Bayern. Eine davon nutzte Kingsley Coman, dessen Schuss von außerhalb des Strafraums abgefälscht wurde und sich hinter Keeper Rune Jarstein senkte (21.). Die größte Gelegenheit aber war das nicht.

Denn die vergab Lewandowski: Nach zehn Minuten spielte der Stürmer den Ball perfekt in den Lauf des gestarteten Sané und sah, wie dieser im Strafraum von Jarstein gefoult wurde. Lewandowski selbst trat den Elfmeter – und scheiterte an Jarstein. Damit riss die Serie des Weltfußballers, der zuletzt in neun Ligaspielen in Folge getroffen hatte. Den Bundesliga-Rekord wird der 32-Jährige also vorerst nicht brechen. Der liegt bei elf erfolgreichen Spielen hintereinander. Geschafft hat das: Robert Lewandowski.

Die zweite Hälfte: Fast wäre das Spiel schnell vorentschieden worden, Gnabry aber scheiterte freistehend an Jarstein (47.). Die Münchner kamen danach zu einigen Halbchancen, irgendwann aber ging ihnen der Drive verloren. Oder die Luft aus. Jedenfalls waren es gegen Ende der Partie die Berliner, die zu Gelegenheiten kamen: Mattéo Guendouzi (68.) und Zugang Nemanja Radonjic (87.) wurden aus spitzem Winkel gefährlich. Und dann hatte Cunha seinen großen Moment.

Wie lief die das Debüt von Sami Khedira? Herthas Winterzugang saß zunächst auf der Bank, was nicht überraschte – im Kalenderjahr 2020 war der 33-Jährige nur einmal eingesetzt worden. Trotzdem fingen ihn die TV-Kameras häufiger in Nahaufnahme ein als manchen Startelfspieler. Nach 80 Minuten durfte er auf den Rasen. In den zehn Minuten spielte er ein paar Pässe, grätsche einmal ins Leere und fing sich eine Gelbe Karte wegen Meckerns ein, nachdem er auch mit David Alaba aneinandergeraten war. Hinterher sagte er, es sei »ein großes Gefühl, wieder gebraucht zu werden«, und: »Wenn wir so weiterarbeiten, werden wir in den kommenden Wochen definitiv Punkte holen.«

Und das muss die Hertha auch: Zwar fehlte nicht viel zum Punktgewinn gegen die Bayern. Aber gut aussehen und trotzdem verlieren, das ist in dieser Saison schon einigen Mannschaften gegen die Münchner gelungen. Fakt ist: Mit nun einem Punkt aus den vergangenen sechs Spielen ist Hertha BSC das formschwächste Team der Bundesliga. Daran hat zunächst auch der Trainerwechsel von Bruno Labbadia hin zu Pál Dárdai nichts geändert. Punktet Bielefeld am Sonntag gegen Bremen, fällt Berlin auf den Relegationsrang.

Die Bayern haben andere Sorgen: Ja, sie gewinnen. Aber sie wirken auch müde. Und das Programm bleibt üppig: Die Partie in Berlin musste eine halbe Stunde eher angepfiffen werden als ursprünglich geplant. Der Grund: Noch am späten Freitagabend fliegen die Münchner nach Doha, wo die Klub-WM ausgetragen wird. Montag steht das Halbfinale gegen Al Ahly aus Kairo an, Donnerstag das Endspiel, es sei denn der FC Bayern verliert seine Partie gegen die Ägypter. In dem Fall müsste er ein Spiel um Platz 3 antreten. Und ein solch unnötiges Extraspiel zu vermeiden, ist wahrscheinlich kein geringerer Antrieb, als der Klub-WM-Titel.

Icon: Der Spiegel



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