Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen soll nach Drohung per Video überwacht werden

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Die Walter-Lübcke-Schule im nordhessischen Wolfhagen hat in der vergangenen Woche ein Drohschreiben erhalten. Nun soll die Bildungseinrichtung per Video überwacht werden.

Dies sei bei einem Gespräch mit der Polizei und der Schule vereinbart worden, sagte ein Sprecher des Landkreises Kassel. Beim hessischen Landeskriminalamt (LKA) sei zudem eine Gefährdungsanalyse in Auftrag gegeben worden. Es solle geprüft werden, ob es weitere sinnvolle Möglichkeiten gebe, die Schule zu sichern.

Die Schule trägt ihren Namen im Andenken an den aus rechtsextremistischen Motiven ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Am vergangenen Donnerstag war der 47 Jahre alte Stephan Ernst in dem Fall zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mitangeklagte Markus H. war vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen worden, erhielt wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz aber eine Bewährungsstrafe. Inzwischen haben beide Männer sowie die Bundesanwaltschaft Revision eingelegt.

Vor dem Urteil hatten Schüler und Schülerinnen der Wolfhagener Schule am Oberlandesgericht Frankfurt eine Mahnwache abgehalten und unter anderem eine härtere Strafverfolgung rechtsextremer Gewalt gefordert.

Am Tag darauf ging eine Bombendrohung per Mail ein. Die Polizei teilte mit, es gebe Hinweise auf eine politische Motivation und leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Der Verfasser des Schreibens nenne sich »NSU 2.0«, teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) dem SPIEGEL mit. Die Polizei habe die Drohung ernst genommen, auf dem Schulgelände sei jedoch nichts Verdächtiges gefunden worden.

Seit dem Sommer 2018 werden rechtsextreme Drohschreiben mit dem Kürzel »NSU 2.0« verschickt. Die Abkürzung verweist auf den »Nationalsozialistischen Untergrund«, der zwischen 2000 und 2007 zehn Morde aus rassistischen Motiven in Deutschland verübte.

Dem »HR« zufolge war die Mail an der Walter-Lübcke-Schule erst mit Verspätung entdeckt worden und hatte deshalb keine Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Laut LKA bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Schülerinnen, Schüler oder Lehrkräfte

Icon: Der Spiegel



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