Space Launch System SLS: Nasa findet Grund für Patzer beim Raketentest

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Es war der letzte große Auftritt des scheidenden Nasa-Chefs – und er lief nicht ganz so wie vorgesehen. Jim Bridenstine gibt sein Amt mit dem Ende der Präsidentschaft von Donald Trump auf. Am Samstag wollte er am Stennis Space Center der US-Weltraumbehörde im Bundesstaat Mississippi den Triebwerkstest für das Space Launch System, kurz SLS, ansehen. So heißt die Rakete, die US-Astronautinnen und Astronauten in den kommenden Jahren zum Mond bringen soll.

Eigentlich hatten Trump – und damit auch Bridenstine – für die erste Landung das Jahr 2024 im Auge. Dieses Datum dürfte sich verschieben. Doch dass das »Artemis«-Programm unter Präsident Joe Biden weitergeht, dürfte auch angesichts der Unterstützung im Kongress wahrscheinlich sein. Die Astronauten sind bereits ausgewählt. Und bevor das SLS mit Menschen an Bord fliegt, soll es – womöglich bereits in diesem Jahr – einen unbemannten Flug rund um den Mond geben. Die Mission soll »Artemis-1« heißen und der Triebwerkstest war ein entscheidender Schritt auf diesem Weg.

Allerdings zündeten die vier mächtigen RS-25-Aggregate der Rakete auf dem Teststand nur für rund eine Minute. Geplant waren etwa acht. So lange dauert es, um das SLS vom Startplatz in Florida in den Weltraum zu bringen.

Inzwischen hat die Nasa den Grund für die vorzeitige Abschaltung ermittelt. Verantwortlich soll demnach ein Hydrauliksystem sein. Dieses wäre dafür verantwortlich, die Triebwerke so hin und herzubewegen, dass die Rakete gesteuert werden kann.

Von einem Fehlschlag des Tests will man bei der Nasa aber nicht sprechen. Wäre die Rakete geflogen, hätten die Triebwerke auch ohne Unterbrechung gefeuert, heißt es. Man habe die Parameter für den Test aber bewusst konservativ gewählt. So habe man das wertvolle Fluggerät schützen wollen. Denn tatsächlich soll die am Samstag getestete Rakete für den Flug um den Mond eingesetzt werden. Hinweise auf Schäden an dem Gerät gibt es bisher nicht.

Tanks können neunmal befüllt werden

Allerdings muss sich die Nasa gut überlegen, ob sie den Triebwerkstest wiederholen will. Die Tanks für Treibstoff und flüssigen Sauerstoff können nämlich nach Vorgaben des Herstellers nur insgesamt neunmal befüllt werden. Dreimal ist das bisher schon zu Testzwecken passiert, mindestens ein weiteres Mal soll das unmittelbar vor dem Start geschehen. Neben der mit Flüssigtreibstoffen betriebenen Kernstufe, die jetzt getestet wurde, verfügt das SLS auch noch über zwei kleinere Feststoff-Booster, die zusätzlichen Schub liefern sollen.

Wann der Jungfernflug des SLS stattfindet, steht bisher noch nicht mit letzter Sicherheit fest. Der vorzeitige Abbruch des Tests am Samstag soll laut Nasa aber nicht für eine Verschiebung sorgen. Es sei noch immer möglich, die Rakete im Jahr 2021 zu starten, erklärte Bridenstine nach dem Test. Nur, dass dann wohl jemand anders an der Nasa-Spitze steht.

Entscheidende Teile für das Raumschiff der »Artemis«-Flüge kommen übrigens aus Europa. Bei Airbus DS in Bremen wird das »European Service Module« gebaut, das für Luft- und Stromversorgung sowie den Antrieb der Astronautenkapsel verantwortlich ist. Das erste Modell ist bereits ausgeliefert und fliegt mit »Artemis-1« um den Mond, zwei weitere Module – für eine bemannte Mondumrundung und für die Mondlandung – werden derzeit gebaut.

Ob ein europäischer – oder gar deutscher – Astronaut bei einer Mondumrundung oder gar -landung dabei sein kann, steht bisher noch nicht fest. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat aber einen Wettbewerb für Kinder gestartet. Bei der Aktion »Der nächste Schritt« können junge Astro-Fans Fotos und Bilder ihrer Fuß- und Schuhabdrücke einreichen. Diese werden auf einem USB-Stick gespeichert, der mit der Kapsel von »Artemis-1« mitfliegen soll.

Icon: Der Spiegel



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