Bundesliga: Borussia Mönchengladbach hadert mit Elfmeterpfiff bei VfB Stuttgart

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Die Szene des Spiels: Die vierte Minute der Nachspielzeit lief, als Stuttgart noch einen hohen Ball in den Strafraum schlug. Das Ziel war klar, schließlich ist der junge Stürmer Saša Kalajdžić zwei Meter groß. Jener Kalajdžić fiel jedoch plötzlich im Duell mit Gladbachs Verteidiger Ramy Bensebaini. Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Felix Brych auf Elfmeter. Eine strittige Entscheidung, zumal Kalajdžić vor seinem Fallen von Mitspieler Waldemar Anton am Fuß berührt worden war.

Die Nachwehen: Bei der Auswahl des zu interviewenden Spielers hatte der Fernsehsender Sky ein glückliches Händchen. Gladbachs Jonas Hofmann brodelte nach dem späten Strafstoß, es sei eine »absolute Frechheit«, sagte er und Hofmann wurde immer lauter. Sein Mitspieler Breel Embolo sei »50-mal« genau so gefoult worden, nichts sei passiert. »Das habe ich noch nie erlebt«, schimpfte Hofmann.

Das Ergebnis: Wie Sie sich angesichts von Hofmanns Reaktion denken können, nutzte Stuttgarts Silas Wamangituka die Gelegenheit, die ihm sich etwas unverhofft bot. Schließlich hatte Borussia Mönchengladbach lange als Sieger ausgesehen. So endete die Partie 2:2 (0:1). Lesen Sie hier den Spielbericht.

Das Ding mit den Fehlentscheidungen: Eine strittige Entscheidung bedeutet demnach wohl keine klare Fehlentscheidung, die als Betätigungsgrundlage des Videoassistenten gilt. Darauf kanalisierte sich auch die Wut der Gladbacher nach der Partie. Gladbach-Trainer Marco Rose sagte bei Sky: »Wahrscheinlich gibt es morgen wieder irgendeine Begründung, warum man diesen Elfmeter gegeben hat. Keine klare Fehlentscheidung bedeutet, der Videoassistent bleibt weg. Klare Ansage.« Klare Ansage.

Die Stellungnahme: Nach der Partie meldete sich auch noch Brych am Sky-Mikrofon zu Wort. »Es ist eine komplexe Szene, weil zwei Kontakte vorliegen«, sagte er. Er glaube, dass die Berührung am Fuß ausschlaggebend war, die Szene habe er beim Videobeweis aber nicht gesehen, sondern erst danach. »Ich glaube, Stuttgart kann mit dem Elfmeter glücklich sein.« Es waren ungewöhnlich ehrliche Worte eines Schiedsrichters.

Erste Hälfte: Man sah zwei Teams, die zwar technisch stark sind, zumeist jedoch ungefährlich blieben. Bis Stuttgarts Borna Sosa im eigenen Strafraum gegen Stefan Lainer abgrätschen wollte, jedoch in den Beinen des Gladbachers hängenblieb. Lars Stindl setzte den Ball so genau in den Winkel, dass man sich zukünftig schwertun wird, wieder von einem Winkeltreffer zu sprechen.

Stuttgarter Sonnenkönige: Im Machtkampf zwischen Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger und Vereinspräsident Claus Vogt, der Ende Dezember in einem öffentlichen und unflätigen Briefwechsel mündete, meldete sich am Freitag Hitzlsperger auf der Klubwebsite zu Wort. Er habe die Wucht seines Briefs unterschätzt, schrieb der Ex-Profi unter anderem. Die Stuttgarter Fans haben von den steten Machtkämpfen dennoch genug. Erinnerungen an den geschassten Ex-Präsidenten Wolfgang Dietrich werden wach – von den Stuttgarter Fans als Sonnenkönig bezeichnet. So hing ein Banner vor der Cannstatter Kurve: »Sonnenkönig 2.0? Ihr habt doch einen Schatten!«

Zweite Hälfte: Nach der Pause wurde es auch auf dem Platz interessant. Erst rettete Gladbachs Matthias Ginter gegen einen Schuss von Waldemar Anton auf der Linie (55.). Dann köpfte Nicolas González nach einer wunderbaren Flanke von Sosa aus dem linken Halbfeld ins lange Eck (58.). Die sechs vermeintlich aufregendsten Minuten dieses Spiels (siehe Punkt eins) endeten mit einem Pass von Stindl in den Lauf von Denis Zakaria, der es nicht nur dem Schweizer schwer machte, nicht die Führung zu erzielen, sondern auch Bundestrainer Joachim Löw, noch allzu lange auf diesen Spieler zu verzichten.

Fernweh: Angesichts eines guten zehnten Platzes der Stuttgarter wirkt die Heimbilanz schon fast kurios. Trotz des späten Ausgleichtreffers schafften sie auch im achten Saisonspiel in der eigenen Arena keinen Sieg. Das Remis gegen Gladbach war bereits das fünfte Unentschieden, drei weitere Partien gingen verloren. Wie gut für Stuttgart, dass kommende Woche in Bielefeld (Mittwoch, 20.30 Uhr) und in Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr, beide Spiele im Liveticker bei SPIEGEL.de, TV: Sky) zwei Auswärtsspiele auf dem Plan stehen.

Icon: Der Spiegel



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