Corona und Homeoffice: Regierung gegen »zwingende Regelungen« für Arbeitgeber

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Die Corona-Neuinfektionen sind trotz härterer Maßnahmen weiterhin hoch. Doch im Streit über eine mögliche Ausweitung des Homeoffice zur Corona-Eindämmung will die Bundesregierung weiterhin auf Freiwilligkeit setzen. »Zwingende Regelungen stehen derzeit nicht auf der Tagesordnung«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Statt auf Bußgelder setze die Regierung weiterhin auf Appelle.

»Der Anteil der Menschen, die von zu Hause gearbeitet haben, war im Frühjahr deutlich höher als jetzt«, sagte Seibert. Er hoffe, dass die Einsicht komme, dass sich Angestellte und Arbeitgeber wieder auf mehr Homeoffice verständigen müssten. Auch für die einzelnen Bundesministerien soll es demnach keine Homeoffice-Pflicht geben, das Daheimbleiben würde »mit gegenseitiger Rücksicht« verhandelt.

»Die Räume und Korridore bei uns sind leer«

Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Ressorts tatsächlich im Homeoffice arbeiten, wird bislang nicht erhoben. Im vergleichsweise kleinen Bundespresseamt arbeiteten gegenwärtig 80 Prozent von daheim, sagte Seibert. »Die Räume und Korridore bei uns sind leer.«

Neben der Regierung rief auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem gemeinsamen Appell mit den Spitzen von Arbeitgebern und Gewerkschaften dazu auf, stärker aufs Homeoffice zu setzen. »Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus«, sagte er in Berlin an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gerichtet. Auch am Arbeitsplatz müssten die Kontakte reduziert werden. »Weniger ist mehr, gerade in diesen Tagen.«

Bund-Länder-Treffen vorverlegt

Steinmeier betonte, es erkrankten immer noch viel zu viele Menschen an Covid-19. Die hohe Zahl der Menschen, die an dem Virus sterben, sei »traurig und erschütternd«. Die aufgetretenen Mutationen verschärften noch die Infektionsgefahr. »Das macht mir große Sorgen.«

Ob und wie Regelungen zur Homeoffice-Pflicht aussehen könnten, wird womöglich schon am kommenden Dienstag entschieden. Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Schalte für den 25. Januar angesetzt. Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Corona-Toten und Neuinfektionen wird die Beratung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder entsprechend auf den 19. Januar vorgezogen.

Icon: Der Spiegel



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