Peter Fabjan über seinen Bruder Thomas Bernhard: Der Isolationskünstler

0
135



Einsamkeit, Verachtung, die Welt auf Abstand halten. Diese Grundmotive seines Lebens und Schreibens hätten den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard (1931 bis 1989) auf die Welt in diesen Tagen ganz gut vorbereitet. Und seine Leser gleich mit. Aus dem Ohrensessel der Selbstisolation hat er in seinem Roman »Holzfällen« und eigentlich in allen seinen Werken zeitlebens die Welt und die Menschen beobachtet und verurteilt.

»Meine Krankheit ist die Distanz«, hat er seinem jüngeren Halbbruder Peter Fabjan einmal geschrieben. Ein Leben lang sich die Welt vom Leibe halten, sich Menschen vom Leibe halten, sie beschimpfen, beschreiben. Aus der Lockdownwelt die totale Ichkunst schaffen. Lange bevor diese Pandemie die Menschen zu einem Leben als Einsamkeitskünstler gezwungen hat.

Fabjan kam sieben Jahre nach Thomas Bernhard auf die Welt, er arbeitete als Internist und war in den letzten Lebensjahren seines Bruders so etwas wie dessen Leibarzt, der ihn jeden Abend besuchte, auf seinen Reisen begleitete und bis zum Todesmoment an seiner Seite blieb. Er hat nach Bernhards Tod dessen Erbe betreut, ein Archiv und eine Stiftung begründet, die das Werk pflegen. Er selbst blieb dabei stets im Hintergrund. Jetzt, mehr als 30 Jahre nach dem Tod Bernhards, hat er ein Buch über ihn geschrieben.



Source link

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here