Borussia Dortmund siegt dank Mats Hummels und Erling Haaland bei RB Leipzig

0
52



Naturgewalt Haaland: Am vergangenen Spieltag beim 2:0-Sieg gegen Wolfsburg war Dortmunds Topstürmer Erling Haaland nach langer Verletzungspause der fehlende Rhythmus noch anzumerken. Das war im Topspiel bei RB Leipzig anders. Der Norweger bereitete das erste BVB-Tor von Jadon Sancho (55. Minute) mit einem Lauf über die rechte Seite vor. Beim zweiten nahm Haaland es zunächst mit vier Abwehrspieler auf, legte den Ball nach links raus und bewegte sich zum zweiten Pfosten, wo er die folgende Sancho-Flanke einköpfte (71.). Wenig später legte der Stürmer ein weiteres Tor nach (84.).

Das Ergebnis: Borussia Dortmund gewinnt bei RB Leipzig 3:1 (0:0).

Chefsache Hummels: Als der BVB im Dezember 1:5 gegen den VfB Stuttgart verloren hatte, trat Abwehrchef Mats Hummels vor die Mikrofone und fällte ein Urteil, das Lucien Favre kaum überstehen konnte. Hummels sprach über fehlende Automatismen, zu viel Risiko, Ballverluste – es folgte die Entlassung des Trainers. In dieser Woche konkretisierte Hummels in einem »Bild«-Interview seine Kritik, er forderte von seinem Team weniger zu zocken, »als wären wir in Fünf-gegen-fünf-Spielformen wie die Kids beim Hallenfußball«. Übersetzt heißt das: kämpfen, hart spielen, Zweikämpfe gewinnen.

Erste Hälfte: Der neue BVB-Trainer Edin Terzić scheint das auch so zu sehen, denn die Dortmunder spielten in Leipzig 45 Minuten genau so: zäh, mannschaftsdienlich, zweikampfstark, sicher – stets begleitet von lautstarken Hummels-Kommandos. Das ging allerdings auf Kosten der Offensive. Diese talentierte, spielstarke Mannschaft schoss im gesamten ersten Durchgang kein einziges Mal auf das Tor von Leipzigs Keeper Péter Gulácsi. RB gelang das immerhin dreimal, wirklich gefährlich wurde es auf der anderen Seite jedoch auch nicht. Ein 0:0 der taktischen Sorte.

Der belgische Kreisel: Im Dortmunder Kader stehen drei belgische Nationalspieler. Thorgan Hazard fehlte in Leipzig verletzt. Axel Witsel wurde in der 30. Minute ausgewechselt, er war ohne gegnerische Berührung im Rasen hängengeblieben und konnte wegen einer Achillessehnenverletzung nicht mehr auftreten. Der dritte im belgischen Bunde erwischte eine äußerst schwache Anfangsphase, Thomas Meunier drohte von Angeliño schwindelig gespielt zu werden. Defensiv steigerte sich der Zugang von Paris Saint-Germain, doch im Spiel nach vorne fiel in der jüngeren Vergangenheit kaum ein BVB-Spieler so dermaßen ab im Vergleich zum restlichen Team.

Zweite Hälfte: So als wären die ersten 45 Minuten nur dafür dagewesen, Leipzig in Sicherheit zu wiegen, begann ein völlig anderes Spiel. Der BVB kombinierte, passte, presste – und schoss auf das Tor (insgesamt 15 Mal). Neben Haaland und Sancho avancierte Kapitän Marco Reus zum entscheidenden Spieler. Reus stand zuletzt häufig in der Kritik, in Leipzig zeigte er mit zwei Torvorbereitungen seine beste Saisonleistung. RB konnte sich offensiv nur selten in Szene setzen, in der Schlussphase erzielte der eingewechselte Alexander Sörloth den Ehrentreffer (89.).

Duell der Trainer: Terzić hatte es bis zur zweiten Hälfte in Leipzig nicht geschafft, dem BVB in der Post-Favre-Zeit eine neue Identität zu verpassen. Auch deshalb wird im Dortmunder Umfeld viel darüber diskutiert, wer den Trainerjob im kommenden Sommer übernehmen könnte. Mönchengladbachs Marco Rose gilt als heißer Kandidat – aber auch Julian Nagelsmann wird gehandelt. Leipzigs Coach dementierte dieses kalte Gerücht. Und Terzić sammelt mit solchen Spielen Argumente, um doch länger zu bleiben.

Gewinner des Wochenendes: Im schlimmsten Fall hätte Borussia Dortmund an diesem 15. Spieltag die Chance auf den Meistertitel frühzeitig verspielen können. Hätte der FC Bayern in Gladbach gewonnen und der BVB in Leipzig verloren, wäre der Rückstand auf die Spitze auf elf Punkte angewachsen. Nun ist die Borussia das einzige Team aus den Top sechs, das gewonnen hat. Nach dem Heimspiel gegen Mainz stehen zwei Auswärtspartien in Leverkusen und Gladbach an – spätestens dann wird klar sein, wo der BVB in dieser Saison einzuordnen ist.

Icon: Der Spiegel



Source link

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here