VfB Stuttgart verliert gegen RB Leipzig: Streit nützt nur dem Gegner

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Streithähne des Spiels: Der VfB Stuttgart hat in dieser Spielzeit richtig aufregende Spieler: Silas Wamangituka zum Beispiel oder den langen Österreicher Sasa Kalajdzic. Aber das reicht offenbar nicht: Also mussten Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt noch eins draufsetzen und sorgten mit ihrem heftigen Führungsstreit dafür, den Blutdruck der VfB-Fans über den Jahreswechsel so richtig in die Höhe zu treiben. Dem sportlichen Erfolg ist so etwas normalerweise nicht zuträglich.

Resultat des Spiels: So war es denn auch diesmal! Der VfB, die Himmelsstürmer der Saison, verloren den Jahresauftakt gegen RB Leipzig 0:1 (0:0). Das Tor des Tages erzielte Dani Olmo in der 67. Minute und bewies damit nur unzureichend die Dominanz der Gäste. Leipzig übernachtet als Tabellenführer, wie man im Spielbericht hier detaillierter nachlesen kann.

Die erste Halbzeit: Von Anfang an war Leipzig die reifere Mannschaft, der VfB lief hinterher, manchmal hechelte er hinterher. Aber das Thema Chancenverwertung wird RB-Coach Julian Nagelsmann noch mal zum Thema eines mehrwöchigen Fortbildungsseminars zu machen haben. Selbst ein umstrittener Foulelfmeter genügte den Gästen nicht zur Führung. VfB-Torwart Gregor Kobel holte den Schuss von Emil Forsberg mit einer artistischen Aktion aus dem Tor.

Die zweite Halbzeit: Die Leipziger Überlegenheit nahm noch einmal zu und wurde diesmal auch belohnt. Dani Olmo schloss eine Angelino-Flanke am langen Pfosten erfolgreich ab. Der VfB erkannte in diesem Spiel eigentlich erstmals in der Saison seine Grenzen. Zwischendurch stand die Statistik bei 19:6 Torschüssen zugunsten der Gäste – und dennoch wäre das Spiel fast Unentschieden ausgegangen, als Waldemar Anton kurz vor Schluss frei stehend an RB-Keeper Peter Gulasci scheiterte. Das wäre aber auch nicht gerecht gewesen. Andererseits: Wann war Fußball je gerecht?

Spieler des Spiels: Leipzigs Angelino hat sich mittlerweile dermaßen mit Selbstbewusstsein aufgepumpt, dass ihm schier alles zu gelingen scheint. Er spielt Außenverteidiger, Außenstürmer, Spielmacher, Taktgeber, Torvorbereiter, alles in einer Person und alles gleichzeitig. Der überragende RB-Spieler dieser Saison.

(Fehl-)Entscheidung des Spiels: In der 22. Minute trat Leipzigs Emil Forsberg im Strafraum seinem Gegenspieler Stenzel auf den Fuß, beide kamen sich dabei näher, als es die Abstandsregeln erlauben, und Schiedsrichter Christian Dingert entschied auf Strafstoß. Von einem trüben Januartag in Stuttgart wird sicher keine Regelrevolution ausgehen, aber die Maßstäbe dafür, was nötig ist, eine normalerweise so spielentscheidende Situation wie einen Elfmeter zu verhängen, sollten immer mal wieder überdacht werden. Eine solche Situation darf eigentlich keinen Elfmeter geben.

Dialog des Spiels: Hitzlsperger versus Vogt, Runde drei. Im Vorfeld der Partie haben beide miteinander gesprochen und guten Willen bekundet, offenbar ein beim Tischfeuerwerk an Silvester gefasster guter Vorsatz von beiden. Es sei, hieß es danach, »ein Gespräch unter Männern« gewesen, und das hört sich schon schaurig genug an. Aber wenn es der Sache dient, soll es so sein.

Zitat des Spiels: »Niemand ist größer als der Verein und seine Mitglieder.« Ein Transparent der Fans vorm Stuttgarter Stadion kommentiert den Führungszwist beim VfB, und damit ist eigentlich alles gesagt.

Erkenntnis des Spiels: Leipzig ist das einzige Team, das den FC Bayern in dieser Saison annähernd herausfordern kann. Und das ist vermutlich ein Satz, den man in den nächsten Jahren häufiger lesen wird.

Icon: Der Spiegel



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