Silvester in Deutschland: Ein Toter und Schwerverletzte bei Unfällen mit Böllern

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In Deutschland wirkten in der Silvesternacht viele Straßen wie leer gefegt, es waren deutlich weniger Menschen unterwegs als sonst zu Silvester. Wegen der Corona-Pandemie war der Verkauf von Feuerwerk in diesem Jahr bundesweit verboten, um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen. Vielerorts wurden Böller-Verbotszonen eingerichtet. Geböllert wurde aber trotzdem, auch Feuerwerk leuchtete am Himmel. 

Wie jedes Jahr gab es dabei auch in dieser Nacht schwere Zwischenfälle mit unsachgemäß gezündetem oder illegalem Feuerwerk und einen Großbrand, der möglicherweise von Feuerwerk ausgelöst wurde:

Mit illegalem Böller hantiert: Mann verliert Hand

Ein 63-Jähriger in Brandenburg hat in der Silvesternacht eine Hand verloren. Der Mann habe mit einem illegalen Böller hantiert, sagte eine Polizeisprecherin. Dabei habe sich die Hand entzündet, die dann abgetrennt worden sei. Der Mann kam ins Krankenhaus.

24-Jähriger stirbt bei Unfall mit selbst gebauter Pyrotechnik

Ein 24-jähriger Mann ist in Brandenburg bei einem Unfall mit Pyrotechnik gestorben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde in Rietz-Neuendorf bei Frankfurt/Oder um kurz nach Mitternacht selbst gebaute Pyrotechnik gezündet, wie ein Sprecher des Lagedienstes am frühen Freitagmorgen mitteilte. Es habe sich um nicht käuflich zu erwerbende Feuerwerkskörper gehandelt. Details zum genauen Unfallablauf waren zunächst unklar.

Das Opfer soll sich mit einer Gruppe auf einem unbebauten Privatgrundstück aufgehalten haben. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben, sagte der Sprecher. Ein Entschärfer-Team der Polizei habe auch nicht gezündete Pyrotechnik sichergestellt.

Junger Mann durch zu früh explodierenden Böller schwer verletzt 

Ein 24 Jahre alter Mann ist am Silvesterabend in Schmalkalden durch einen zu früh explodierenden Böller schwer verletzt worden. Wie die Polizei in Thüringen am Freitagmorgen mitteilte, hatte der Mann den Böller selbst gezündet. Er habe schwere Verletzungen im Gesicht erlitten. Zu befürchten sei, dass der Mann in Folge des Unfalls erblinde. Er wurde am Abend zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

Gruppe junger Männer bewirft Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern

In Essen sind Einsatzkräfte in der Silvesternacht aus einer Gruppe Jugendlicher heraus mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die rund 30 jungen Männer hätten zunächst Mülltonnen in Brand gesetzt, sagte ein Polizeisprecher. Als die Feuerwehr anrückte, seien die Einsatzkräfte massiv mit Böllern beworfen worden. Polizeibeamte, die als Verstärkung gerufen wurden, seien ebenfalls mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Einen 16-Jährigen nahmen die Beamten schließlich fest. Verletzt wurde keiner der Einsatzkräfte.

Großbrand in Berliner Supermarkt – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Der Brand eines Supermarktes in Berlin hat einen Großeinsatz der Feuerwehr in der Silvesternacht ausgelöst. Das rund 800 Quadratmeter große Gebäude in Buckow im Bezirk Neukölln ging vollständig in Flammen auf und stürzte ein, wie ein Feuerwehrsprecher am frühen Morgen sagte. Nach seinen Worten waren offenbar im hinteren Bereich des Markts Feuerwerkskörper gelagert worden, die explodierten und während der Löscharbeiten durch die Gegend flogen. Die rund 110 Einsatzkräfte hätten deshalb auf ihren eigenen Schutz achten mussten. Verletzt worden sei aber niemand.

Nach Angaben des Sprechers war die Feuerwehr zunächst wegen brennender Müllcontainer in der Ladezone alarmiert worden. Als Einsatzkräfte am Supermarkt eintrafen, hätten sich die Flammen bereits auf das Dach ausgebreitet. Schnell habe auch der Innenraum gebrannt. Die Feuerwehrleute habe den Brand demnach nur von außen löschen können.

Feuerwerksmörser reißt 25-Jährigem im Elsass den Kopf ab

Im französischen Elsass ist in der Silvesternacht ein 25-jähriger Mann beim Abfeuern eines Feuerwerkskörpers gestorben. Der Feuerwerksmörser habe dem jungen Mann in der Gemeinde Boofzheim »den Kopf abgerissen«, teilte die Präfektur Bas-Rhin, nahe der Grenze zu Deutschland, mit. Ein 24-jähriger Mann sei außerdem im Gesicht verletzt worden und liege im Krankenhaus.

Die beiden Männer seien mit dem Feuerwerksmörser auf der Straße zugange gewesen, gab die Polizei bekannt. Die Präfektur Bas-Rhin hatte den Verkauf und Kauf von Feuerwerkskörpern für den gesamten Monat Dezember verboten.

Icon: Der Spiegel



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