Handytarife: Viele Kunden haben überdimensionierte Datenvolumen

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Bei der mobilen Internetnutzung klaffen Angebot und Nachfrage in vielen Fällen auseinander. Das zeigt eine Analyse des Verbraucherportals Verivox, die dem SPIEGEL vorliegt. Im Schnitt benötigt ein Handynutzer oder eine Handynutzerin monatlich rund drei Gigabyte Datenvolumen zum mobilen Surfen, heißt es in der Studie. Die drei deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica selbst jedoch böten – anders als viele Drittanbieter – Tarife mit durchschnittlich 23 Gigabyte Datenvolumen an. Das sei fast achtmal so viel wie der tatsächliche Verbrauch.

Die Anbieter hätten ihre Datenpakete damit noch einmal aufgestockt, schreibt Verivox weiter. 2019 sei das Kontingent im Schnitt erst fünfmal so hoch wie der Durchschnittsverbrauch gewesen. Bei der Telekom buchten Verbraucher im Schnitt ein Datenvolumen von 17 Gigabyte, bei Vodafone seien es 14 Gigabyte, bei Telefónica gar 38 Gigabyte. 

Viele der überdimensionierten Tarife dienen offenbar dazu, neue Smartphones zu finanzieren: »Um den Einmalpreis eines Geräts so niedrig wie möglich zu halten, buchen Kunden hochpreisige Tarife«, sagt Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox. »Diese enthalten große Datenbudgets, die oft kaum genutzt werden.« Tatsächlich sei es in den meisten Fällen jedoch weit günstiger, Gerät und Tarif getrennt zu erwerben.

Die Kosten der Datenvolumen schwanken stark. Bei der Telekom zahlen Kunden 2,47 Euro pro Gigabyte, bei Vodafone 2,64 Euro, bei Telefonica dagegen nur 69 Cent. Die Telefonica-Zielgruppe sei auffallend jünger als die der anderen Anbieter, schreibt Verivox. Diese Klientel nutze stationäre Internetanschlüsse seltener, das Datenvolumen des Handytarifs werde somit wichtiger. Entsprechend biete Telefonica das mit Abstand größte Datenvolumen an.

Kunden können leicht herausfinden, ob ihr Handytarif zu teuer ist. In den Einstellungen der meisten Smartphones ist ablesbar, wie viel Datenvolumen pro Monat verbraucht wird. Weicht das gebuchte Volumen regelmäßig vom Verbrauch ab, sollte ein günstigerer Tarif mit geringerem Datenvolumen gesucht werden.

Beim Kauf eines neuen Smartphones sollten Kunden sich zudem die Mühe machen, Gerätepreis und monatliche Vertragskosten getrennt zu berechnen – um dann zu entscheiden, ob sich der XXL-Tarif wirklich lohnt.

Icon: Der Spiegel



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