Wolt aus Finnland: »Es ergibt keinen Sinn, dass Restaurants ihr Essen selbst ausliefern«

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SPIEGEL: Herr Kuusi, war Corona das Beste, das Ihrem Unternehmen passieren konnte?

Miki Kuusi: Geht so, es hatte gute und schlechte Seiten. Wir sind in 23 Ländern aktiv und wenn man sich das aus der Vogelperspektive anschaut, haben natürlich überall mehr Menschen Lieferdienste genutzt. Aber unser Geschäft ist zu 100 Prozent davon abhängig, dass es den Restaurants gut geht – und die haben stark gelitten.

SPIEGEL: Solange es genug zum Liefern gibt, muss Sie das nicht stören.

Kuusi: Wenn ein Restaurant wegen der Krise schließen muss, beeinflusst das auch unsere Umsätze. Außerdem haben wir weltweit 1500 Angestellte, die wegen Corona nicht so arbeiten können, wie sie es gewohnt sind. Corona ist gut für Lieferdienste, aber es ist kein rein positiver Effekt.

SPIEGEL: Wolt ist einer der wenigen Anbieter, die sich überhaupt noch auf den deutschen Markt trauen, weil er von Lieferando dominiert wird. Warum soll Ihnen gelingen, woran alle Ihre Konkurrenten gescheitert sind?

Kuusi: Wir kommen aus Helsinki, einer Stadt mit hohen Lohnkosten und strengen Sozialstandards. Wir wissen, was es heißt, einen schwierigen Markt zu beackern. Deswegen mussten wir an unserer Technologie arbeiten. Alle unsere Konkurrenten sagen: »Deutschland ist der schwierigste Markt überhaupt.« Ich sage: Da habt ihr Skandinavien noch nicht gesehen.



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