Funke Mediengruppe: Hackerangriff ist Ransomware-Attacke

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Der am Dienstag bekannt gewordene Hackerangriff auf die Funke Mediengruppe dauert nach Angaben eines Unternehmenssprechers an. Noch immer seien mehrere Systeme bundesweit nicht einsatzbereit, so der Sprecher am Mittwoch. Laut dem Unternehmen mit Stammsitz in Essen »handelt sich dabei um einen Angriff, bei dem die Täter Daten auf den IT-Systemen der Funke-Mediengruppe verschlüsselt haben«.

In anderen Worten: Das Unternehmen sieht sich mit einer sogenannten Ransomware-Attacke konfrontiert, einer Angriffsform, die in den vergangenen Monaten und Jahren schon vielen anderen Unternehmen und sogar Krankenhäusern oder ganzen Städten Probleme gemacht hat. Bei Ransomware-Attacken wird in ein Netzwerk Software eingeschleust, mit deren Hilfe Dateien auf den Rechnern verschlüsselt werden. In der Regel wird anschließend Lösegeld für einen Schlüssel gefordert, mit dem sich die Dokumente wiederherstellen lassen. Der beste Schutz gegen solche Attacken ist das regelmäßige Anlegen und Up-to-date-Halten von Back-ups. Es gibt sowohl gezielte Ransomware-Attacken als auch Attacken, bei denen eher auf gut Glück versucht wird, möglichst viele Rechner zu infizieren.

Von der Funke Mediengruppe hieß es am Mittwoch zum Hackerangriff, sie sei auf »ein solches Szenario vorbereitet«. An den Kiosken lagen am Morgen Notausgaben von Zeitungen des Unternehmens wie der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung« (»WAZ«), der »Berliner Morgenpost« und dem »Hamburger Abendblatt«. »Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und bitten um Verständnis«, heißt es dazu von der Funke Mediengruppe. »Wir hoffen, allen Leserinnen und Lesern so schnell wie möglich wieder die Zeitung im gewohnten Umfang liefern zu können.«

Die Paywalls wurden deaktiviert

Bei der Staatsanwaltschaft hat die Zentrale und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) in Köln das Verfahren an sich gezogen. Spezialistinnen des Landeskriminalamts ermitteln nun mit einer Besonderen Aufbaukommission (BAO) der Essener Polizei.

Die Funke Mediengruppe hat nach eigenen Angaben eine Taskforce mit internen sowie externen IT- und Forensik-Experten eingesetzt, »die aktuell eine gründliche Untersuchung des Vorfalls vornehmen«. Als Sofortmaßnahme seien am Dienstag sämtliche IT-Systeme der gesamten Gruppe kontrolliert heruntergefahren worden.

»Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die IT-Störung schnellstmöglich wieder zu beheben«, so der Sprecher. Die Internetseiten der Zeitungstitel der Gruppe waren am Dienstag und Mittwoch weiter zu erreichen, eigentlich kostenpflichtige Inhalte wurden freigeschaltet.

Zur Funke Mediengruppe zählen neben Titeln wie der »WAZ« weitere bekannte Regionalzeitungen wie die »Thüringer Allgemeine«, ebenso Magazine wie »Bild der Frau« sowie Websites wie DerWesten.de. Auf eine SPIEGEL-Anfrage hin hatte die Funke Mediengruppe am Dienstag mitgeteilt, der Angriff betreffe »zahlreiche Systeme an allen Standorten bundesweit«. Auf der Website des »Hamburger Abendblatts« hatte es geheißen, es seien unter anderem Redaktionen und Druckhäuser betroffen.

Icon: Der Spiegel



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