Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner über ihr Leben

0
56



Im Höhenbergsteigen ist Gerlinde Kaltenbrunner eine Legende. Sie schaffte es als erste Frau, alle vierzehn Berge der Erde, die höher als 8000 Meter sind, ohne Sauerstoffmaske zu besteigen. Als erstem Menschen gelang dies Reinhold Messner zwischen 1970 und 1986. Kaltenbrunner bestieg ihren ersten Achttausender 1994 und den letzten, den K2 im Karakorum-Gebirge, 2011. Am Sonntag wird die Österreicherin 50 Jahre alt. Am Telefon meldet sie sich mit: “Gerlinde.”

SPIEGEL: Frau Kaltenbrunner, wann haben Sie das letzte Mal an den Gipfel des K2 gedacht?

Kaltenbrunner: Ich denke ganz oft an den Gipfel zurück. Annähernd jeden Tag habe ich einen kurzen Augenblick, wo irgendein Moment der Expedition präsent ist. Es war ein Gipfelerlebnis, wie ich es selten hatte: Windstille im allerschönsten Abendlicht. Nach so vielen Versuchen und Rückschlägen endlich da oben zu stehen; da war eine tiefe Berührtheit, Stille und Dankbarkeit. Ich hatte das Gefühl, eins zu sein mit allem und jedem.

SPIEGEL: Sie konnten den K2 erst im siebten Anlauf besteigen, mussten in den Jahren davor stets umkehren – woher kam die Motivation, es immer wieder zu versuchen? Wollten Sie es dem Berg zeigen?

Kaltenbrunner: Nein, ganz und gar nicht. Ich habe immer ein Zwiegespräch geführt mit dem Berg, mich nach jedem Anlauf mit dem Gedanken verabschiedet: Okay, ich habe immer noch die Möglichkeit, es wieder zu versuchen. Nur nach der Expedition 2010, als der Fredrik (Fredrik Ericsson, der beim gemeinsamen Besteigungsversuch stürzte und verstarb, Anm. d. Redaktion) nicht zurückgekommen ist, habe ich daran gedacht, nicht wieder zurückzukehren. Es hat eine Zeit gedauert, aber ich habe schon gespürt, dass der K2 immer noch in meinem Herzen schlägt.



Source link

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here