Coronavirus News am Sonntag: US-Paketdienste liefern Impfstoff aus

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Einzelhändler: Lockdown schon diese Woche wäre Ende der Innenstädte

09.25 Uhr: In einem offenen Brief an die Bundesregierung haben 28 deutsche Einzelhändler gewarnt, dass ein Großteil der Geschäfte in Innenstädten einen frühen harten Lockdown nicht überstehen würde. Ein harter Lockdown schon diese Woche »wäre das Ende der Innenstädte wie wir sie heute kennen«, heißt es in dem Brief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. »Man darf jetzt keinesfalls das gesamte Weihnachtsgeschäft ausschließlich den Online-Giganten überlassen«, schreiben die Unterzeichner, zu denen zahlreiche aus Fußgängerzonen bekannte Unternehmen wie die Modehändler New Yorker, Jeans Fritz und NKD sowie Woolworth, Depot oder Tedi gehören.

»Bei einem erneuten Lockdown droht dem Handel eine Erosion, die menschlich, kulturell und auch wirtschaftlich nicht nur desaströse Folgen, sondern irreparable wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht«, warnen die Händler.

Der von den Unterzeichnern befürchtete frühe Lockdown schon diese Woche wird immer wahrscheinlicher. In einem am Morgen vom Bundeskanzleramt an die Länder geschickten Beschlussentwurf zur Bund-Länder-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird vorgeschlagen, den Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf vom 16. Dezember bis zum 10. Januar zu schließen.

UPS erklärte, die Auslieferung der Impfstoffe sei bereits seit Monaten vorbereitet worden. UPS und Fedex räumen der Fracht oberste Priorität ein. Die Lieferung fällt in eine Zeit, in der die Paketdienste wegen vieler Online-Käufe in der Pandemie und der Vorweihnachtszeit an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten.

In Deutschland hat die Deutsche Post-Tochter DHL in Baden-Württemberg und in Niedersachsen den Zuschlag für die Logistik bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffs bekommen. In Nordrhein-Westfalen hat der Logistikkonzern Kühne+Nagel einen Vertrag vereinbart. Dieser umfasst die Lagerung und den Vertrieb an die Impfzentren des Bundeslandes.

Bundesregierung plant Shutdown ab Mittwoch

09.01 Uhr: Bund und Länder wollen an diesem Sonntag neue Maßnahmen wegen der hohen Corona-Infektionszahlen beschließen – Kanzlerin Merkel setzt offenbar auf harte Einschnitte ab der Wochenmitte. Lesen Sie hier mehr dazu.

China meldet 24 Neuinfektionen

07.25 Uhr: Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in China bleibt im zweistelligen Bereich. Die Behörden melden 24 neue Ansteckungen nach 13 am Vortag. Hinzu kommen 14 neue asymptomatische Fälle, die China nicht als bestätigte Ansteckungen einstuft.

Doch gerade eine dieser Infektionen ohne Krankheitszeichen veranlasst die Behörden jetzt dazu, das als »Hawaii von China« bekannte Touristenziel Hainan ins Visier zu nehmen: In der südchinesischen Inselprovinz werden Dutzende Reisende unter Quarantäne gestellt, weil zwei von ihnen vor ihrer Reise mit einem Infizierten ohne Symptome im Nordwesten des Landes in Kontakt gekommen waren. Hainan gilt seit sechs Monaten als »Corona-frei«.

Verbraucher hamstern im Corona-Herbst kaum noch Arzneien

06.00 Uhr: Die im ersten Corona-Lockdown hochgeschossene Nachfrage nach rezeptfreien Arzneien und Erkältungsmitteln hat sich wieder gelegt. Das berichten mehrere Pharmaunternehmen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Demnach haben die Verbraucher in Deutschland trotz des Teil-Lockdowns im Herbst zuletzt kaum noch Medikamente gehamstert – anders als in der ersten Corona-Welle.

Die im Frühjahr gestiegene Nachfrage nach verschreibungsfreien Medikamenten gegen Erkältungen und Allergien habe sich normalisiert, teilte der Leverkusener Dax-Konzern Bayer mit. Man verzeichne aber weiter eine hohe Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln, gerade nach Vitaminpräparaten, mit denen Verbraucher ihre Immunabwehr stärken wollten. Es gebe keine Probleme, die Nachfrage zu bedienen.

Die Ratiopharm-Konzernmutter Teva in Ulm erklärte, es gebe bei freiverkäuflichen Arzneien nur vereinzelt eine erhöhte Nachfrage, etwa für Paracetamol. Im Frühjahr hatte das Unternehmen noch von einer zeitweise teils dreifachen Bestellmenge über das gesamte Arzneiportfolio hinweg berichtet.

Nun hat sich die Lage entspannt. Der hessische Pharmahersteller Stada erlebt gar einen gegenläufigen Trend. Konsumenten hätten sich offenbar mit rezeptfreien Arzneien schon gut eingedeckt, erklärte ein Sprecher. Die Geschäfte liefen aktuell nicht schlecht, aber verlangsamt. Auch die bislang glimpfliche Grippesaison in Deutschland bremse die Nachfrage nach Medikamenten. Lieferengpässe gebe es derzeit nicht.

Der französische Pharmakonzern Sanofi spürt in seinem Deutschland-Geschäft ebenfalls keinen Ansturm mehr. Es gebe »keine erneute Bevorratung« bei rezeptfreien Mitteln, hieß es.

Robert Koch-Institut meldet mehr als 20.000 Neuinfektionen

05.43 Uhr: Das Virus breitet sich in Deutschland weiter aus: Innerhalb von 24 Stunden haben sich nachweislich 20.200 Menschen neu mit Sars-CoV-2 angesteckt. Am vergangenen Sonntag waren rund 17.700 Neuinfektionen registriert worden. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg laut RKI binnen eines Tages um 321 auf insgesamt 21.787. Lesen Sie hier mehr dazu.

Russland entwickelt Corona-Impfstoff für Tiere

05.12 Uhr: Nach Corona-Ausbrüchen auf mehreren Nerzfarmen in Europa entwickelt Russland einen eigenen Impfstoff für Tiere. Das Vakzin solle Ende Januar vorliegen, sagte der Chef der Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor, Sergej Dankwert, der russischen Fachzeitschrift »Veterinär und Leben«. Die Europäische Union, die USA und Singapur hätten bereits Interesse bekundet.

Dankwert zufolge durchläuft der Wirkstoff aktuell die entscheidende Testphase III. »Der neue Impfstoff wird derzeit an Nerzen, Katzen und Nagetieren getestet.« Seine Behörde erhalte regelmäßig Anfragen aus russischen Tierfarmen nach einem Corona-Impfstoff, weil Nerze und Frettchen als besonders anfällig für das Virus gelten und sich gegenseitig infizieren könnten, sagte der Behördenleiter.

In den vergangenen Wochen hat es in mehreren europäischen Ländern Fälle von Corona-Infektionen bei Nerzen gegeben, unter anderem in Schweden, Frankreich und den Niederlanden. In Dänemark waren Millionen Tiere getötet worden, weil das Virus mutiert war. In Russland leben in Tierfarmen offiziellen Angaben zufolge mehr als 97 000 Nerze und 6900 Frettchen. In dem Land sind bereits zwei Impfstoffe für Menschen gegen Corona freigegeben worden.

Kommunen: Hilfen für Geschäfte, wenn Weihnachtsgeschäft wegbricht

04.45 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert bei einer Verschärfung der Corona-Auflagen Hilfen für den Handel. Ein harter Lockdown sei nun unvermeidbar, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. »Wir brauchen nun allerdings für die betroffenen Geschäfte, denen das Weihnachtsgeschäft wegbricht, auch eine klare finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder. Wenn dies nicht gelingt, werden wir unsere Innenstädte im kommenden Jahr nicht mehr wiedererkennen.«

An diesem Sonntag wollen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder erneut mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über den weiteren Kurs in der Corona-Krise beraten. Im Vorfeld deutete sich an, dass noch vor Weihnachten ein Lockdown beginnen könnte.

Warn-App Nina soll besser werden – Lokale Corona-Infos für jeden Ort

04.30 Uhr: Statt nur allgemeiner Hinweise zur Corona-Pandemie soll die staatliche Warn-App Nina von dieser Woche an auch lokale Daten zu Infektionszahlen und den jeweiligen Vorschriften zur Eindämmung des Virus vor Ort liefern. »Der Informationsbedarf der Menschen in Deutschland ist in Corona-Zeiten natürlich enorm«, sagte der Präsident des in Bonn beheimateten Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, der Nachrichtenagentur dpa. Gleichzeitig herrsche oft eine große Verunsicherung darüber, welche Regeln aktuell an dem Ort gelten, an dem man sich gerade aufhält.

Das müsse sich dringend ändern, betonte Schuster, der die Leitung der Behörde am 10. November übernommen hatte. Ihm sei daher wichtig gewesen, »dass dieses Update jetzt noch rechtzeitig vor den Weihnachtstagen kommt, an denen wahrscheinlich mehr Menschen als zuletzt einen Ortswechsel vornehmen werden, etwa um die Eltern zu besuchen«.

Die neue NINA-Version 3.3 soll die Menü-Elemente und wichtige Inhalte von Warnmeldungen künftig auch in sieben Fremdsprachen sowie in leichter deutscher Sprache anbieten. Die Warnmeldungen, die über Nina verschickt werden, stammen aus den bundesweit mehr als 250 Rettungsleitstellen. Oft geht es dabei um Unwetter, Brände oder Bombenfunde bei Bauarbeiten. Laut BBK haben aktuell rund 8,1 Millionen Nutzer die App installiert.

Südkorea meldet den zweiten Tag in Folge neuen Höchstwert bei Infektionen

03.30 Uhr: Südkorea meldet den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert bei den Ansteckungen. Es seien 1030 Neuinfektionen registriert worden, teilt das Seuchenzentrum mit. Am Samstag hatte Südkorea Polizei und Armee zur Nachverfolgung von Infektionsketten mobilisiert. Insgesamt verzeichnet Südkorea 42.766 Corona-Ansteckungen und 580 damit zusammenhängende Todesfälle.

Schäuble rechnet mit Änderung bei Impf-Priorisierungen

00.01 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble rechnet noch mit Änderungen bei der Reihenfolge, in der die Bevölkerung in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden soll. »Die Empfehlung der Experten wird sicher noch verfeinert«, sagte der CDU-Politiker der »Welt am Sonntag«. »Ich persönlich würde die Menschen, die mit Infizierten arbeiten müssen oder mit Alten und Kranken zu tun haben, an der ersten Stelle priorisieren. Sie haben ein extrem hohes Risiko, sich mit Corona zu infizieren. Und wenn zu viele Ärzte und Pflegekräfte ausfallen, stehen wir vor einem riesigen Problem.«

Am vergangenen Montag verschickte die Ständige Impfkommission (Stiko) einen Entwurf an Länder und medizinische Fachgesellschaften. Empfohlen wird demnach, Impfungen zunächst Personengruppen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe anzubieten – sowie Gruppen, die beruflich besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu Risikogruppen haben. Bislang gibt es in der EU noch keinen zugelassenen Impfstoff.

Schäuble hält die Frage noch nicht für beantwortet, ob künftig nicht doch ein Impfausweis vorgezeigt werden muss. Zurzeit dominiere in der Politik die Meinung: Wir wollen die Gesellschaft nicht spalten, deshalb soll es keinen Ausweis geben, dass jemand geimpft wurde. »Ich bin allerdings skeptisch, ob das so durchzuhalten ist«, so Schäuble. Es werde bald Staaten geben, die einen nur einreisen lassen, wenn man einen Impfausweis vorweisen könne. »Aber so lange nicht ein relevanter Teil der Bevölkerung geimpft ist, würde ich dies nicht zur Voraussetzung für irgendwelche Rechte machen.«

Icon: Der Spiegel



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