Bundesliga: Schalke 04 verliert bei Borussia Mönchengladbach

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Ein typisches Schalke-Gegentor: Florian Neuhaus kommt aus knapp 16 Metern zum Nachschuss, nachdem Breel Embolo zuvor noch an Frederik Rönnow gescheitert war. Der Schuss ist eigentlich zu mittig, um an den vielen Schalker Beinen vorbeizukommen. Aber trotz Rönnow, Matija Nastasic, Ozan Kabak und Omar Mascarell vor dem Tor kam der Ball irgendwie durch – am Ende auch durch die Beine von Mascarell (15. Minute). Wollte man Klischees bedienen, könnte man jetzt schreiben: So ein Tor fängt ein Team nur, wenn es unten drin steht.

Das Ergebnis: Borussia Mönchengladbach gewinnt 4:1 (2:1) gegen Schalke. Hier geht es zum Spielbericht.

Zeichen setzen: Unter der Woche wurde auf Schalke die Trennung von Kaderplaner Michael Reschke bekannt. Außerdem wird der Vertrag von Vedad Ibišević’ zum Jahresende aufgelöst, Nabil Bentaleb soll den Verein verlassen, Armine Harit erhält erst mal eine Denkpause. Ob es nun an den Personalentscheidungen lag oder nicht, Schalke war die ersten 30 Minuten das bessere Team. Zehnmal hatten die Gäste da schon aufs Tor geschossen (Gladbach dreimal), vor allem Mark Uth machte der Gladbacher Defensive Probleme. Nur: Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1 und ein paar Minuten später lag Schalke zurück. Selbst wenn die Mannschaft gut spielt, klappt es momentan nicht. Kein gutes Zeichen.

Erste Hälfte: Schalke machte das Spiel, kam durch Mark Uth (4.) und Matthew Hoppe (9.) zu ersten Chancen. Das 1:1 durch Benito Raman war dann sogar toll herausgespielt. Uth chippte den Ball in Ramans Lauf, der direkt volley abschloss und aus etwa zwölf Metern traf. Nach einer halben Stunde übernahmen dann die Hausherren die Kontrolle, erzielten durch Oscar Wendt das 2:1 (36.) und hätten zur Pause noch höher führen können.

Auf die Jugend setzen: Mit Debütant Matthew Hoppe (19), Malick Thiaw (19), Kilian Ludewig (20) waren drei Spieler in der Startelf, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Dazu saßen mit Can Bozdogan (19), Kerim Calhanoglu (18), Münir Levent Mercan (19) und Luca Schüler (21) noch weitere Talente auf der Bank. Viel falsch machen kann Manuel Baum nicht, wenn er in Zukunft noch mehr auf die Jugend setzt. Auch Anhänger verzeihen Jungprofis erfahrungsgemäß eher Fehler. Und spätestens wenn Schalke absteigen sollte, bleibt dem Verein wohl sowieso nichts anderes übrig. Die meisten arrivierten Spieler unter Vertrag sind für die 2. Liga zu teuer.

»Das ist doch jetzt mal ein Team«: Dieser Zwischenruf kam aus dem Umfeld der Schalker Bank, kurz nachdem Uth einen direkten Freistoß an den Pfosten setzte (28.). Und in der Tat: Der Schalker Auftritt war der größte Hoffnungsschimmer der vergangenen Monate – wenn auch nur für knapp 30 Minuten.

Zweite Hälfte: Schalke startete wieder mutig, lag aber schon nach knapp sieben Minuten 1:3 zurück. Rönnow konnte einen Ball von Alassane Pléa nicht festhalten, Marcus Thuram versenkte den Nachschuss. In der Folge spielten die Gäste weiter nach vorne, boten defensiv dem Gegner aber riesige Freiräume. Dennoch: Mangelnden Offensivdrang konnte Schalke zumindest heute keiner vorwerfen.

Noch sechs: 25 Spiele am Stück hat Schalke in der Bundesliga jetzt nicht gewonnen. Zum Negativrekord von Tasmania Berlin (31 Spiele) fehlen noch sechs Partien ohne Dreier. Übrigens: Der bis dato letzte Sieg gelang am 17. Januar gegen Gladbach.

Führung verteidigt: Gladbach hätte schon wesentlich mehr Punkte auf dem Konto haben können. Schon viermal verspielte das Team von Marco Rose eine Führung, in der gesamten vergangenen Saison passierte Gladbach das nur zweimal. Heute konterten die Fohlen den zwischenzeitlichen Ausgleich und bleiben somit in dieser Saison zu Hause ungeschlagen.

Überraschung in der Startelf: Denis Zakaria stand das erste Mal seit fast neun Monaten von Beginn an auf dem Platz. Vor wenigen Tagen hieß es in Gladbach noch, dass er langsam an die Startelf zurückgeführt werden soll, nachdem er gegen Schachtar Donezk sein Comeback als Einwechselspieler gefeiert hatte. Es ging dann doch schneller. Obwohl der Schweizer eine ordentliche Partie machte, unter anderem die Führung durch eine starke Balleroberung einleitete, merkte man dem Team zu Beginn aber das Fehlen einiger zentraler Spieler an. Kapitän Lars Stindl, Christoph Kramer und Nico Elvedi wurden zu Beginn geschont, kommende Woche steht das wichtige Champions-League-Spiel gegen Inter an.p

Icon: Der Spiegel



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